Systemverkauf im Handwerk: Warum Kunden keine Produkte kaufen

Was war das Produkt-Highlight der letzten Messe?

Diese Frage hört man auf Messen ständig.

Welche neue Wärmepumpe ist besonders spannend?
Welche Armatur sieht gut aus?
Welches Montagesystem ist neu?
Welche App kann jetzt noch mehr?
Welche Innovation hat begeistert?

Natürlich sind neue Produkte wichtig. Aber im Handwerk reicht es nicht mehr, nur über einzelne Produkte zu sprechen.

Denn Kunden kaufen selten ein Produkt.

Kunden kaufen eine Lösung.

Sie kaufen ein warmes Haus.
Sie kaufen ein komfortables Bad.
Sie kaufen Sicherheit.
Sie kaufen weniger Aufwand.
Sie kaufen Zukunftsfähigkeit.
Sie kaufen ein gutes Gefühl.

Genau deshalb müssen Handwerksbetriebe stärker in Systemen denken.

Das einzelne Produkt verliert an Bedeutung


Eine Wärmepumpe macht warm.
Eine Armatur lässt Wasser laufen.
Eine Fliese liegt an der Wand.
Ein Rohr transportiert Wasser.
Ein Speicher speichert Energie.

Das ist alles richtig.

Aber für den Kunden ist das einzelne Produkt oft gar nicht der entscheidende Punkt.

Er fragt sich nicht zuerst, welche technische Kennzahl eine Wärmepumpe im Labor erreicht. Er fragt sich:

Wird mein Haus zuverlässig warm?
Kann ich Energie sparen?
Ist die Bedienung einfach?
Funktioniert alles zusammen?
Bin ich für die Zukunft gut aufgestellt?
Muss ich mich darum kümmern – oder läuft es einfach?

Das Produkt ist also nur ein Teil der Lösung.

Der eigentliche Wert entsteht im System.

Heizung: Nicht die Wärmepumpe ist das Zentrum


Im Heizungsbereich denken viele zuerst an den Wärmeerzeuger.

Also an die Wärmepumpe, den Kessel oder die Hybridanlage.

Aber moderne Heizsysteme bestehen aus deutlich mehr:

  • Wärmepumpe
  • Photovoltaik
  • Batteriespeicher
  • Warmwasser
  • Regelung
  • dynamische Stromtarife
  • Smart Home
  • Verbrauchsdaten
  • App-Steuerung
  • Optimierungsempfehlungen

Das zentrale Element wird immer stärker die Steuerung.

Im Alltag ist das oft die App auf dem Smartphone.

Dort laufen Informationen zusammen. Dort sieht der Kunde seinen Verbrauch. Dort steuert er sein System. Dort bekommt er im Idealfall Empfehlungen.

Die App wird damit zur Schaltzentrale des Hauses.

Der Kunde will eine einfache Lösung


Der Kunde möchte nicht fünf verschiedene Apps.

Eine für die Heizung.
Eine für die PV-Anlage.
Eine für den Speicher.
Eine für die Steckdosen.
Eine für den Staubsauger.
Eine für irgendein Smart-Home-Gerät.

Das ist nicht komfortabel.

Der Kunde will ein System, das einfach funktioniert.

Wenn ein Hersteller oder Handwerksbetrieb es schafft, Heizung, Strom, Speicher und Steuerung sinnvoll zusammenzubringen, entsteht ein echter Vorteil.

Dann geht es nicht mehr nur darum, ob eine Wärmepumpe eine bestimmte Leistungszahl hat.

Dann geht es darum, ob das Gesamtsystem intelligent arbeitet.

Dynamische Strompreise verändern den Blick


Ein gutes Beispiel ist der dynamische Strompreis.

Wenn ein System erkennt, wann Strom günstig ist, kann es den Betrieb entsprechend optimieren.

Dann ist nicht nur entscheidend, welche theoretische Effizienz die Wärmepumpe hat. Entscheidend ist auch, wann sie läuft, wie sie mit dem Speicher zusammenspielt und wie das gesamte Energiesystem gesteuert wird.

Das ist Systemdenken.

Ein einzelnes Produkt kann gut sein.
Aber ein gutes System kann mehr.

Merkmale verkaufen nicht – Vorteile verkaufen


Viele Verkaufsgespräche im Handwerk drehen sich noch immer um Merkmale.

Kilowatt.
COP.
Material.
Hersteller.
Farbe.
Modell.
Norm.
Technische Daten.

Diese Informationen sind nicht falsch. Aber sie verkaufen nicht allein.

Kunden kaufen Vorteile.

Nicht: „Diese Wärmepumpe hat diese Kennzahl.“
Sondern: „Ihr Haus wird effizient warm und das System nutzt günstige Stromzeiten automatisch.“

Nicht: „Diese Armatur ist von Hersteller X.“
Sondern: „Sie bekommen ein Bad, das komfortabel, pflegeleicht und zukunftssicher ist.“

Nicht: „Diese Wandheizung arbeitet mit Niedrigspannung.“
Sondern: „Sie frieren nach dem Duschen nicht mehr.“

Der Vorteil zählt.

Auch das Bad ist ein System


Im Sanitärbereich ist Systemdenken genauso wichtig.

Früher wurde oft über einzelne Elemente gesprochen:

Welche Fliese?
Welche Keramik?
Welche Armatur?
Welche Dusche?
Welche Farbe?

Heute sollte es stärker um das gesamte Badkonzept gehen.

Ein gutes Bad besteht nicht nur aus Produkten. Es besteht aus Komfort, Licht, Wärme, Sicherheit, Barrierefreiheit, Pflegeleichtigkeit und Atmosphäre.

Gerade beim Bad entscheidet die Gefühlswelt des Kunden.

Wie fühlt sich der Raum an?
Ist die Dusche angenehm warm?
Ist das Licht gut?
Kann ich das Bad auch im Alter nutzen?
Ist es leicht zu reinigen?
Fühle ich mich wohl?

Jetzt kostenfrei & anonym der WhatsApp-Gruppe beitreten

Wer so verkauft, verkauft kein Standardbad.

Er verkauft ein Erlebnis.

Wärmekonzepte im Bad als Beispiel


Ein gutes Beispiel ist Wärme im Bad.

Viele kennen Fußbodenheizung oder Handtuchheizkörper. Aber ein modernes Wärmekonzept kann mehr.

Es kann auch Wandwärme, Deckenwärme oder elektrische Flächenheizungen einbeziehen.

Der Vorteil für den Kunden ist nicht die Technik dahinter.

Der Vorteil ist:

Nach dem Duschen wird es nicht kalt.
Der Raum fühlt sich angenehmer an.
Das Bad wirkt hochwertiger.
Der Komfort steigt.

Genau so muss ein System verkauft werden.

Nicht über das Bauteil. Sondern über das Gefühl.

Hersteller müssen Dienstleistungen mitdenken


Systemdenken betrifft nicht nur Handwerksbetriebe.

Auch Hersteller müssen stärker in kompletten Lösungen denken.

Ein Hersteller verkauft dann nicht nur Rohr, Fitting oder Fußbodenheizung. Er bietet zusätzlich Planung, Verlegeservice, Unterstützung, digitale Tools, Schulung oder Dokumentation.

Das macht dem Handwerker das Leben leichter.

Denn je besser der Hersteller sein System erklärt und unterstützt, desto einfacher kann der Handwerksbetrieb es verkaufen und umsetzen.

Am Ende gewinnt nicht immer das technisch beste Einzelprodukt.

Oft gewinnt das System, das für Handwerker und Kunden am einfachsten funktioniert.

Fazit: Handwerk muss vom Produkt zur Lösung wechseln


Handwerksbetriebe sollten aufhören, nur Produkte zu verkaufen.

Der Kunde will keine Wärmepumpe.
Er will ein warmes, effizientes Haus.

Der Kunde will keine Armatur.
Er will ein schönes, komfortables Bad.

Der Kunde will keine technischen Einzelmerkmale.
Er will eine Lösung, die sein Leben einfacher macht.

Deshalb wird Systemverkauf im Handwerk immer wichtiger.

Wer Produkte zu einem verständlichen System verbindet, kann besser beraten, besser verkaufen und sich stärker vom Wettbewerb abheben.

Die Aufgabe lautet also nicht mehr:

Welches Produkt ist neu?

Sondern:

Welches System löst das Problem des Kunden am besten?

Genau so entstehen kurze Prozesse im Handwerk.

Weitere Videos:

Neu: Digitales Onboarding

  • über 100 Seiten Inhalt
  • 3 exklusive Fallstudien
  • ausführliche Beispiele
  • praxiserprobte Anleitungen
  • Erfahrung aus über 100 Kundenprojekten

Aktuelle Beiträge:

Autor Manuel Epli

Über den Autor Manuel Epli


Manuel Epli studierte an der Universität Ulm die Fächer Mathematik, Informatik, Pädagogik und Psychologie. Er ist Gründer von eLearningPlus, einer Marke der digi professionals GmbH aus Ulm.


Die digi professionals GmbH ist ein TÜV- und AZAV-zertifiziertes Unternehmen, das sich auf die Entwicklung von zielführenden und hochwertigen E-Learning-Maßnahmen und digitalen Schulungsplattformen spezialisiert hat.


Mit einer 3-stelligen Wachstumsrate pro Jahr, über 25 Mitarbeitern, sowie mehr als 500 betreuten Kunden gehört die digi professionals GmbH zu den führenden E-Learning-Anbietern im gesamten DACH-Raum.

Entdecke mehr Beiträge von uns


Die Gründer im Interview

Social-Recruiting im Haifischbecken

Allgemeine E-Learning-Inhalte vs. digitales Einarbeiten

Digitale Schulungsplattform aufbauen

10 Top-Vorteile für digitales Einarbeiten von Mitarbeitern

In 5 Schritten zu A-Mitarbeitern

Lerninhalte durch KI schnell in eine andere Sprache übersetzen

Diese 3 Fehler kosten dich beim Onboarding jeden Tag viel Geld

Die 9 größten Fehler beim Aufbau einer digitalen Lernplattform 

Was du von der Systemgastronomie lernen kannst

Den Fachkräftemangel durch E-Learning-Methode vermeiden

Für Geschäftsführer: Zeit zurückgewinnen und Unternehmen skalieren


Sie wünschen weitere Informationen

Sie wünschen weitere Informationen

  • Sie möchten wissen, ob ein digitale Ausbildungssystem auch in Ihrer Branche funktioniert?
  • Oder ob sich Ihre Azubis überhaupt digital ausbilden lassen?
  • Vielleicht fragen Sie sich auch, wie Sie überhaupt an geeignete Quereinsteiger kommen.

Antworten auf alle diese Fragen und mehr finden Sie in unserer kostenlosen Informationsbroschüre.

Antworten auf alle diese Fragen und mehr finden Sie in unserer kostenlosen Informationsbroschüre.

eLearningPlus - Informationsbroschüre
Insert Custom HTML