Martin Sommer im Handwerksmensch-Podcast

Die moderne Arbeitswelt unterliegt einem kontinuierlichen Wandel, der auch Handwerksunternehmen zunehmend vor die Herausforderung stellt, sich immer wieder neu zu erfinden. Die voranschreitende Digitalisierung hat diese Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten zusätzlich beschleunigt. In vielen Betrieben sind Tablets und Co. auf der Baustelle mittlerweile unverzichtbar. Aber wie sieht es mit der Digitalisierung im Bereich der Aus- und Weiterbildung aus? Diese Frage ist heute Thema im Handwerksmensch-Podcast. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht in dieser Folge der zufriedene, gesunde und motivierte Mitarbeiter. Die Podcasterin Maren Ulbrich spricht mit Martin Sommer, dem Gründer von eLearningPlus, einer Marke der digi professionals GmbH, über digitales Lernen im Handwerk, wie es erfolgreich umgesetzt werden kann und welche Vorteile sich daraus für Mitarbeiter und Unternehmen ergeben.

Die gesamte Episode ist hier abrufbar.

Maren Ulbrich: Mit meinem heutigen Gast, Martin Sommer, möchte ich mich über das spannende Thema Weiterbildung und Kompetenzaufbau unterhalten. Bevor wir tiefer in das Thema einsteigen: Martin, wer verbirgt sich hinter deiner Person?

Martin Sommer: Hinter meiner Person verbirgt sich ein Schwabe aus dem schönen Ulm. Ich bin einer der beiden Gründer von eLearningPlus. Wir helfen mittelständischen Unternehmen – auch aus dem Handwerk –, die Ausbildung und Einarbeitung neuer Mitarbeiter zu digitalisieren.

Was muss ich mir darunter genau vorstellen?

Kurz gesagt: Wir bauen für Unternehmen eine firmeneigene und digitale Lernplattform auf, damit sie neue Mitarbeiter und Azubis – aber auch Quereinsteiger – schneller und effektiver einarbeiten und ausbilden können. Das Einarbeiten von neuen Mitarbeitern ist in Betrieben oft eine große Herausforderung.

Wie kam es zu dieser Idee?

Der konkrete Anstoß kam von einem guten Freund, dem Geschäftsführer einer Heizungs-Sanitär GmbH. Er sagte zu mir: „Martin, mach für meine Firma doch bitte ein E-Learning, damit ich meine neuen Mitarbeiter schneller und effizienter einsatzfähig machen kann.“

Genau das haben wir dann umgesetzt. Inzwischen haben wir für zahlreiche weitere Firmen digitale Lerninhalte produziert und auf einer E-Learning-Plattform zur Verfügung gestellt. Mich motiviert es tagtäglich zu sehen, wie unser Ansatz den Spaß am Lernen zurückbringt und gleichzeitig eine Win-Win-Situation für Mitarbeiter und Unternehmen erzeugt. Gerade in der SHK-Branche arbeiten wir bereits mit sehr vielen Betrieben zusammen und produzieren immer neue Lerninhalte nach. Das Spannende ist, dass jeder Betrieb etwas Neues zu bieten hat und auch wir unseren Horizont dabei immer erweitern.

Wie konntet ihr die Idee so schnell umsetzen?

Da kamen einige Dinge zusammen. Zum einen hat uns der immer stärker werdende Fachkräftemangel deutlich vor Augen geführt, dass wir bei der Ausbildung etwas ändern müssen. Man kann das nicht mehr so machen wie vor 50 Jahren, als ein erfahrener Meister noch jeden Azubi einarbeitete. Dazu werden die erfahrenen Mitarbeiter einfach viel zu sehr auf der Baustelle gebraucht. Zum anderen haben wir festgestellt, dass immer mehr Mitarbeiter mit Migrationshintergrund in die Betriebe kommen. Hier besteht das Problem, dass Defizite bei der Sprache schnell auch zu fachlichen Defiziten führen. Dann kam noch die Corona-Pandemie, die die Digitalisierung im Aus- und Weiterbildungsbereich zusätzlich beschleunigte.

All das führte dazu, dass wir die Herausforderung annahmen, obwohl wir am Anfang selbst dachten, dass sich alles nur schwer umsetzen lässt. Die Strukturierung, Produktion und Aufbereitung hochwertiger Lerninhalte ist sehr zeitaufwendig. Die ersten E-Learning-Videos haben wir noch mit dem Handy gefilmt. Das hat schon gut funktioniert, in der Zwischenzeit haben wir uns hier aber professionalisiert.

Du hast bereits dein Team erwähnt. Wie viele Mitarbeiter habt ihr?

Innerhalb der letzten eineinhalb Jahre konnten wir unsere Mitarbeiterzahl auf 15 erweitern. Wir sind sehr stolz auf unser Team. Es gibt für den Erfolg unserer Kunden jeden Tag alles. Wir freuen uns natürlich auch, dass unser Konzept so gut angenommen wird. Unsere Mission ist es, jedem Unternehmen die Möglichkeit zu schaffen, seine Mitarbeiter präzise auszubilden und ihnen die Inhalte zu vermitteln, die in der täglichen Praxis wichtig sind. Das eröffnet auch Chancen, sich von der Berufsschule unabhängig zu machen.

Jetzt kann ich mir gut vorstellen, dass sich einige fragen, wann man als Betrieb überhaupt E-Learning und eure Unterstützung benötigt. Was würdest du darauf antworten? Welche konkreten Situationen siehst du da?

Ich hatte heute ein Gespräch mit einem Kunden, der das treffend auf den Punkt gebracht hat. E-Learning ist dann besonders hilfreich, wenn man keine Lust mehr hat, immer alles hundertmal erklären zu müssen. Es gibt natürlich auch noch zahlreiche weitere Punkte. Wenn erfahrene Mitarbeiter die Einarbeitung neuer Kollegen übernehmen, kostet das viel Zeit, in der sie nicht wirklich produktiv sind. Etwas häufig erklären zu müssen, kann außerdem für die Mitarbeitenden frustrierend sein und mit der Zeit kann auch die Qualität der Erklärung darunter leiden. Manche Betriebe berichten sogar, dass am Ende trotz langer Einarbeitungszeit viel falsch gemacht wird.

Wer solche Szenarien im eigenen Unternehmen beobachtet, sollte sich Gedanken darüber machen, wie das Onboarding und Einarbeiten effizienter gestaltet werden kann. Hier bietet sich eben eine digitale Lösung an, die sich selbstverständlich am Bedarf des jeweiligen Unternehmens orientieren muss. Es geht immer um die Prozesse, Abläufe und Ansprüche des jeweiligen Unternehmens. Die allgemeine Excel-Schulung, die man sich „von der Stange“ einkaufen kann, führt in der Regel nicht zum Erfolg.

Im Vorgespräch haben wir bereits festgestellt, dass sich das Lernen verändert hat. Der Mensch benötigt heute eine andere Wissensvermittlung, als es noch vor einigen Jahren oder gar Jahrzehnten der Fall war. Wie stellt ihr euch in Bezug auf eure Lernplattform darauf ein?

Im heutigen Informationszeitalter prasseln jeden Tag viele Informationen auf uns ein. Wir sind ständig am Handy, checken Mails und sind in den sozialen Medien unterwegs. Alles ist schnelllebiger geworden und die Aufmerksamkeitsspanne nimmt immer weiter ab – vor allem bei jüngeren Generationen. Das zeigen zahlreiche Studien.

Auf unserer Lernplattform setzen wir daher auf Interaktion und Gamification-Elemente. Wir haben festgestellt, dass diese Herangehensweise die Motivation am Lernen deutlich steigert. Aber auch Belohnungen vom Arbeitgeber werden von unseren Kunden regelmäßig eingesetzt. Lernpunkte können dann beispielsweise gegen eine Baumaschine oder einen Tag Urlaub eingetauscht werden.

Ihr seid wirklich hochprofessionell aufgestellt, um das Lernen mit Spaßfaktoren auszustatten und interaktiv zu gestalten. Ich denke, solche Dinge benötigen wir einfach auch, um die chronische Unlust vieler Menschen beim Lernen – auch vieler Handwerker – aufzubrechen. Würdest du sagen, dass E-Learning eine Lösung für den Fachkräftemangel sein kann?

Sicher nicht allein, hier kommen unterschiedliche Faktoren zusammen. Als Erstes gibt es einfach einige „Basisanforderungen“: Die Unternehmen benötigen ein gutes Betriebsklima, eine durchdachte Unternehmenskommunikation und Führungskräfte, die ihre Mitarbeiter begeistern können. Außerdem ist eine ausgeprägte Fehler- und Feedbackkultur wichtig, um ein sicheres Umfeld zum Lernen zu schaffen. In einer Arbeitsumgebung, die von Angst, Druck und Missgunst geprägt ist, können sich Mitarbeiter nicht entfalten und schon gar nicht lernen. Das heißt nicht, dass immer Euphorie im Unternehmen herrschen muss, aber der Grundtenor sollte schon positiv und nach vorn gerichtet sein.

Wer dann – drauf aufbauend – auf E-Learning setzt, bekommt ein mächtiges Werkzeug, mit dem er Azubis und neue Mitarbeiter einfach sehr schnell einarbeiten kann. Viele Betriebe suchen Quereinsteiger und finden diese auch. Das große Problem ist aber, dass diese Bewerbergruppe immer eingearbeitet werden muss. Mit einer digitalen Schulungsplattform geht das sehr schnell. Und dann schließt sich der Kreis eben. Suche Quereinsteiger, arbeite sie zügig ein und der Fachkräftemangel ist – zumindest für dein Unternehmen – gelöst.

Ich stimme dir vollkommen zu. Nur mit positiven Rahmenbedingungen schaffen Unternehmen es, Mitarbeiter zu begeistern und langfristig an sich zu binden. Wenn ich mich für eLearningPlus interessiere, wie gehe ich dann am besten vor?

Das Einfachste ist, einfach kurz ein telefonisches Erstgespräch zu vereinbaren. Hier können wir erste Fragen beantworten und vielleicht auch schon erste Einblicke in die Lernplattform und die Lerninhalte geben. Dieser Austausch mit interessierten Betrieben macht mir sehr viel Spaß, da die persönliche Begegnung einfach sehr wichtig ist.

Welchen Appell würdest du an unsere Zuhörer und Zuhörerinnen im Zusammenhang mit Lernen richten?

Egal, ob digitales oder klassisches Lernen: Es ist immer wichtig, strukturiert und mit einem klaren Ausbildungsziel vor Augen zu arbeiten.

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  • Sie möchten wissen, ob ein digitale Ausbildungssystem auch in Ihrer Branche funktioniert?
  • Oder ob sich Ihre Azubis überhaupt digital ausbilden lassen?
  • Vielleicht fragen Sie sich auch, wie Sie überhaupt an geeignete Quereinsteiger kommen.

Antworten auf alle diese Fragen und mehr finden Sie in unserer kostenlosen Informationsbroschüre.

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