Martin Sommer im InnoBytes-Podcast

In einer spannenden Episode des Podcast InnoBytes spricht Gründer Martin Sommer darüber, was sein Geschäftsmodell von anderen unterscheidet und wie künstliche Intelligenz für eine erfolgreiche Lernplattform genutzt werden können. Außerdem gibt er einen Einblick in seine Vision für die Zukunft des Unternehmens.

Alle zwei Wochen bietet dir der InnoBytes-Podcast von Alexander Eble die exklusive Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen aufstrebender Tech-Firmen zu werfen und neueste Innovationen kennenzulernen.

Wer sich für die gesamte Podcast-Folge interessiert, findet diese hier.

Alexander Eble: Mein heutiger Gast ist der Gründer der digitalen Lernplattform eLearningPlus. Martin, was steckt kurz zusammengefasst hinter eurem Online-Tool?

Martin Sommer: eLearningPlus ist ein Konzept zur schnelleren und effektiveren Einarbeitung von Mitarbeitern. Und zwar vom Quereinsteiger bis zum Azubi. Wir entwickeln maßgeschneiderte digitale Lernkonzepte, die auf den aktuellen Erkenntnissen der Lern- und Lehrforschung basieren. Diese motivieren Mitarbeiter zu lernen, so dass sie schnell im Unternehmen eingesetzt werden können.

Was ist deine oder eure Motivation dahinter? Was beschäftigt euch so am Lernen, dass ihr zu diesem Thema ein Unternehmen gegründet habt?

Ich bin der Meinung, dass Lernen einfach Spaß macht, wenn es richtig vermittelt wird. Unsere Mission ist es, Lerninhalte so aufzubereiten, dass jeder Mitarbeiter sofort Lust  bekommt, sich neues Wissen anzueignen. Oft zeigen Menschen eine gewisse Abneigung, wenn sie hören, dass sie sich ein Tutorial anschauen oder eine Schulung machen sollen. Grund hierfür ist nicht zuletzt, dass viele von ihnen die Erfahrung gemacht haben, entweder keine neuen Erkenntnisse zu gewinnen, das Gelernte schnell wieder zu vergessen oder dass die Inhalte langweilig aufbereitet waren. Das liegt häufig daran, dass Medien und Formate schlecht eingesetzt werden und Inhalte didaktisch nicht gut aufbereitet sind. Wir haben es uns zum Ziel gemacht, das zu ändern, denn wir wollen, dass wertvolles Wissen im Unternehmen gesichert und leicht an alle Mitarbeiter ausgespielt werden kann.

Kannst du uns ein paar Details geben, wie ihr derzeit aufgestellt seid? Wie viele Mitarbeiter habt ihr? Wo sitzt ihr?

Unser Firmensitz befindet sich in der schönen Ulmer Stadtmitte fast direkt neben dem bekannten Ulmer Münster. Die Firmengründung war vor 1,5 Jahren. In dieser Zeit ist unser Team bereits auf 15 Mitarbeiter angewachsen. Es freut uns sehr zu sehen, wie positiv unser Konzept angenommen wird. Auch die große Nachfrage freut uns, denn die ist ja eine Voraussetzung für ein schnelles Wachstum. Unser Team ist sehr jung und äußerst motiviert. Vom typischen Start-Up-Feeling halten wir allerdings relativ wenig. Wir setzen auf alte Werte wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Disziplin und geben für unsere Kunden täglich alles. Am Ende des Tages muss einfach das Ergebnis hervorragend sein.

Wenn man E-Learning hört, denkt man im ersten Moment, dass das doch nichts Neues ist. Wie unterscheidet eLearningPlus von den konventionellen, bekannten E-Learning-Plattformen?

Herkömmliche Anbieter arbeiten in der Pre- und Onboarding-Phase mit klassischen Videoformaten und Standardinhalten. Bessere Plattformen bieten bereits einige interaktive Elemente an, die in Richtung webbasierten Trainings gehen, aber häufig noch nicht ausgereift sind. Da wir wissen, dass Motivation ein entscheidender Faktor für den Lernerfolg ist, integrieren wir sogenannte Gamification-Elemente in unsere Lernpfade. Diese spielerischen Aufgaben während des Lernprozesses, wie beispielsweise Memory-Spiele oder Kreuzworträtsel, steigern die Aufmerksamkeit und die intrinsische Motivation, weiterzulernen. Zusätzlich steigern Belohnungen, also extrinsische Anreize von außen, die Lernbegeisterung, weshalb wir in der Regel auch ein Punktesystem in die E-Learnings unserer Kunden integrieren. Unternehmen können dies dann nutzen, um ihren Mitarbeitenden im Austausch gegen Lernpunkte bestimmte Benefits anzubieten.

Vereinfacht gesagt: Du bekommst einen Tag frei, wenn du 100 Lernpunkte gesammelt hast. Der wichtigste Punkt ist aber, dass wir die Online- und Offline-Welt miteinander verbinden. Theoretisches Wissen allein nützt nichts, wenn es nicht in der Praxis angewandt werden kann. Nach der Vermittlung der Theorie wird das Gelernte daher direkt mit Hilfe von angeleiteten Aufgaben in die Praxis übertragen.

Bestehen eure Kurse und Programme für die Pre- und Onboarding-Phase dann eher aus auf Branchen oder bestimmte Berufsfelder standardisierten Inhalten? Oder entwickelt ihr den Lernstoff gemeinsam mit euren Kunden?

Wir bieten ein breites Spektrum an Möglichkeiten an. Für einige Bereiche wie das Handwerk haben wir bereits fertige Lerninhalte. Theoretisch können Unternehmen ausschließlich damit arbeiten. Das empfehlen wir aber nicht, da diese grundlegenden Inhalte immer durch Kurse zu betriebseigenen Abläufen, Prozessen und Standards ergänzt werden sollten. Denn nur so ist sichergestellt, dass bei der Einarbeitung von Mitarbeitern genau das vermittelt wird, was sie im jeweiligen Unternehmen wissen müssen. Insbesondere in der Pre- und Onboarding-Phase neuer Mitarbeiter spielt das eine wichtige Rolle. Hier geht es ja darum, dass “der Neue” schnell an seine Rolle im Unternehmen herangeführt wird. Unsere Herangehensweise beruht dabei auf unserer jahrzehntelangen Erfahrung und auf einschlägigen wissenschaftlichen Studien. Diese ermöglichen uns, die optimalen Voraussetzungen für einen Lernerfolg bei der Einarbeitung von Mitarbeitern zu schaffen. Aus der Lernforschung wissen wir beispielsweise, dass es nichts Schlimmeres gibt, als etwas zu lernen, was später nicht gebraucht wird. Solche Elemente zur Demotivation von Mitarbeitern gilt es bereits bei der Planung der Lerninhalte zu eliminieren.

Ich stelle mir das jetzt ganz pragmatisch vor. Ein Unternehmen geht auf euch zu. Ihr habt einen oder mehrere Workshops zum Start, in denen ihr feststellt, was die Lernziele sind, die umgesetzt werden sollen. Ihr begleitet dann die Implementierung der E-Learning-Lösung. Geht das in die richtige Richtung? Kannst du uns kurz erzählen, wie eine Zusammenarbeit mit euch konkret aussieht?

Die meisten Kunden wollen direkt von Anfang an wissen, wie viel Zeit die Umsetzung und Implementierung in Anspruch nimmt und welche Kosten damit verbunden sind. Da die Lösungen, wie bereits angesprochen, immer sehr individuell sind, können wir diese Fragen in der Regel erst nach einem Lehrplan-Workshop beantworten. In diesem Workshop klären wir, welche Inhalte digitalisiert werden sollen. Dazu vereinbaren wir meistens einen Termin vor Ort, um eine erste Version des Lehr- und Ausbildungsplans zu erstellen. Danach folgen ein oder zwei Online-Meetings, in denen wir den Lehr- und Ausbildungsplan dann in die finale Form bringen.

Der Lehrplan ist immer so konzipiert, dass die Lerninhalte auf sogenannte Lernnuggets heruntergebrochen werden. Kurze Videos mit einer Länge von 2 bis 3 Minuten. Die Videos sollten nicht länger sein, da die Aufmerksamkeitsspanne – vor allem bei der jüngeren Generation, durch den Einfluss sozialer Medien und Co. – immer kürzer wird.

Funktioniert das dann in jedem Unternehmen oder gibt es zum Beispiel Unternehmensgrößen oder auch Faktoren, die das E-Learning behindern?

Die Realisierung von E-Learning ist vor allem dann sehr schwierig, wenn keine klaren Prozesse vorhanden sind. Für Berufe aus dem Handwerk, der IT, Logistik und Hotellerie haben wir bereits Lernkonzepte für die Digitalisierung der Einarbeitung und des Onboardings von Mitarbeitern erstellt. Bei diesen prozessorientierten Tätigkeiten hat sich gezeigt, dass sowohl die Vermittlung der Theorie als auch die Übertragung in die Praxis hervorragend funktionieren. Schwierig wird es immer dann, wenn im Unternehmen keine Strukturen und Prozesse vorhanden sind. Dann hilft eben auch E-Learning nichts. Kleine Unklarheiten kann man “on-the-fly” korrigieren, das ist klar. Wenn es aber grundsätzlich kein Konzept für die Einarbeitung und das Onboarding gibt und die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut, dann können auch wir nicht mehr helfen …

Abgesehen von der Tätigkeit beeinflussen auch unterschiedliche Persönlichkeiten, Präferenzen und Bildungsgrade den Lernerfolg. Wie gestaltet ihr euer User-Interface attraktiv?

Wir haben uns viel mit dem Thema User-Interface auseinandergesetzt und orientieren uns an bekannten Benutzeroberflächen, die fast jeder nutzt. So bauen wir z. B. Querverweise zu anderen relevanten Videos ein, wie man es auch von den bekannten Streaming-Plattformen kennt.

Welche Kosten kommen auf ein Unternehmen zu, das auf die digitale Einarbeitung von Mitarbeitern mit euch setzen möchte?

Darauf gibt es keine allgemeine Antwort, da die Kosten von vielen Faktoren abhängen. Einerseits sind sie vom Umfang der Lerninhalte und der Art der Erstellung abhängig. Andererseits spielt es auch eine Rolle, ob die Inhalte von uns oder vom Kunden erstellt werden. Eine weitere Frage ist, ob z. B. 10 oder 1.000 Mitarbeiter auf die Lerninhalte Zugriff erhalten sollen. Es gibt übrigens sowohl auf Bundes- als auch Landesebene verschiedene Förderprogramme, durch die der Aufbau und die Einführung einer digitalen Lernplattform großzügig bezuschusst werden.

Einen weiteren Aspekt, den ich gesehen habe, ist, dass ihr eLearningPlus sowohl On-Premise als auch in der Cloud anbietet. Welche Bedeutung haben diese zwei Arten der Bereitstellung für euer Geschäftsmodell?

Wir bieten beides an, das ist richtig. Standardmäßig arbeiten wir mit einer Cloud-Lösung. Manche Kunden müssen aufgrund ihrer TISAX-3-Zertifizierung jedoch alle Daten bei sich speichern. Für diese Kunden kommt dann nur die On-Premise-Variante in Frage.

Wie steht ihr zur kontaktlosen Selbstadministration?

Das ist aus unserer Sicht nicht sinnvoll. Das zentrale Element bei der Einführung von eLearningPlus für die Einarbeitung von Mitarbeitern ist nicht die Software. Es geht vielmehr um die Umsetzung der Inhalte. Dabei wollen wir unsere Kunden langfristig begleiten, damit sie ihre digitalen Schulungsinhalte auch bei Veränderungsprozessen im Unternehmen immer auf dem neuesten Stand halten können.

Mich interessiert noch, welche modernen Technologien ihr auf eurer Plattform einsetzt.

Wir nutzen eine Vielzahl von Technologien, angefangen von der Einbindung von ChatGPT, über KI-Analysen, die das Lernverhalten vorhersagen, bis hin zur KI-basierter Auswertung der Richtigkeit von Antworten in Textform. In Zukunft wollen wir zusätzlich das Vorwissen der Teilnehmer testen und über die KI dann nur noch die für den jeweiligen Teilnehmer relevanten Inhalte herausfiltern lassen. Eine weitere Technologie, die wir regelmäßig einsetzen, ist die automatische Übersetzung und Erzeugung von Untertiteln in unseren Videos. Dies ermöglicht uns, Sprachbarrieren zu überbrücken – gerade bei der Einarbeitung von Mitarbeitern, deren Muttersprache nicht Deutsch ist.

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